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EEG-Umlage - treibt Strompreise in die Höhe

Einer aktuellen Strompreisanalyse des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge haben die staatlichen Abgaben und Steuern auf dem Stromverbrauch im Jahr 2013 einen Rekordwert erreicht. Demzufolge sind sie um ein Viertel (auf 31,6 Milliarden Euro) angestiegen. Auch die Höhe der EEG-Umlage für Ökostrom, welche als größter Kostenfaktor gilt, ist stark angestiegen. Wie die aktuelle Grafik zeigt, sind die für 2019 zu erwartenden Kosten sogar noch deutlich höher.


Entwicklung EEG Umlage

Update: Am 15. Oktober 2019 haben die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für 2020 bekanntgegeben. Demnach steigt die Umlage um 0,0351 Cent auf 6,765 Cent pro kWh im Jahr 2020. Die weitere Erhöhung soll durch das aktuelle Klima-Paket der Bundesregierung gedeckelt werden.

Anstieg um mehr als 200 Prozent

Elektrizität hat sich seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 um 68 Prozent verteuert. Alleine im Jahr 2013 ist der monatliche Strompreis eines 3-Personen-Haushaltes von 75,51 auf 83,80 Euro angestiegen. Dem BDEW zufolge wird diese Preisentwicklung auch in den nächsten Jahren fortbestehen. Die Stromanbieter sind für diesen Preisanstieg allerdings nicht verantwortlich, da die beeinflussbaren Kostenbestandteile (wie Erzeugung, Vertrieb oder Transport) in den letzten fünf Jahren eher konstant geblieben sind. Diese Kostenbestandteile sind seit 1998 zwar um elf Prozent angestiegen. Im Vergleich dazu haben sich jedoch die staatlichen Steuern und Abgaben auf Strom um 243 Prozent erhöht. Aktuell machen diese Steuern und Abgaben mehr als die Hälfte des Strompreises aus, was sich auch im Jahre 2020 nicht ändern wird.

EEG-Umlage ist größter Kostenfaktor

Der größte Kostenblock bei diesen staatlichen Abgaben und Steuern ist die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Umlage). Diese dient der Subventionierung von Ökostrom. Hintergrund dessen ist der Plan der Bundesregierung, bis 2020 insgesamt mehr als ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Energie herzustellen. Bislang konnten auf diese Weise nur 25 Prozent des Stroms erzeugt werden. Die Nutzung von erneuerbaren Energien führt lokal zu einer niedrigeren Luftverschmutzung und geringeren Treibhausgasemissionen. Sie gelten als geeignete Alternative zur dominierenden Energieversorgung auf Basis fossiler Rohstoffe und der Atomenergie, welche langfristig nicht gewährleistet werden kann. Betreiber von Solaranlagen oder Windrädern, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, erhalten dafür nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) eine Vergütung. Die Vergütung kann jedoch nicht alleine durch die, an der Strombörse erzielten, Preise für Ökostrom gedeckt werden. Diese liegen nämlich weit unter den im EEG festgelegten Vergütungssätzen. Der entstehende Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage, die die Stromverbraucher zahlen müssen, gedeckt. Die Höhe der Umlage für Ökostrom wird von den vier Betreibern der Übertragungsnetze festgelegt und für das Folgejahr immer am 15. Oktober des aktuellen Jahres veröffentlicht.

Finanzierung der EEG-Umlage

Innerhalb eines Jahres ist die EEG-Umlage laut BDEW von 14,1 Milliarden auf den Rekordwert von 20,4 Milliarden angestiegen. Hintergrund dieser Entwicklung ist der verhältnismäßig starke Ausbau der Solarstromproduktion. Ein Großteil der Umlage für Ökostrom wird von privaten Haushalten finanziert. Diese mussten alleine 2013 eine EEG-Umlage von 7,2 Milliarden Euro zahlen. Zusätzlich wälzen Industrie, Gewerbe und Handel steigende Energiekosten zum Nachteil der Verbraucher auf die Produktpreise ab. Neben den Haushalten finanziert die Industrie mit 6,1 Milliarden Euro die EEG-Umlage. Bestimmte Unternehmen in energieintensiven Industrien lassen sich jedoch von der EEG-Umlage freistellen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Weiterhin müssen Gewerbe, Dienstleistungen und Handel sowie öffentliche Einrichtungen und die Landwirtschaft die Kosten der EEG-Umlage tragen.

  • Finanzierung durch Industrie und private Haushalte

 

Kritik an Energiewende und Ökostromumlage

Die Umsetzung der Energiewende durch die Bundesregierung wird zunehmend kritisiert. Demnach soll die Bundesregierung versäumt haben, Fehlentwicklungen der Energiewende zu korrigieren. Trotzdem unterstützt ein Großteil der Bundesbürger, rund 90 Prozent laut Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen, die Energiewende weiterhin. Mehr als die Hälfte der Befragten kritisierte allerdings, dass die Energiewende nur schleppend vorankommt. Die schwierige Umsetzung liegt zum Teil daran, dass immer mehr Unternehmen und Bürger ihren Strom selber produzieren und somit nicht mehr für die EEG-Umlage und Netzinfrastruktur aufkommen.

Staat profitiert, Nachteile vor allem für private Haushalte

Kritisiert wird, dass immer mehr Betriebe von der Ökostrom-Umlage befreit werden. Aktuell sind die Hälfte der deutschen Industriebetriebe von der EEG-Umlage ausgenommen. Die Ausnahmeregeln gelten auch für Betriebe, die nicht energieintensiv sind und somit eigentlich keinen Anspruch auf die Ausnahmeregelung haben. Im Zentrum der Kritik steht zudem, dass Privatkunden ohne die Ausnahmeregeln eine deutlich geringere EEG-Umlage zahlen müssten. Einer Rechnung des Bundesverbandes für erneuerbare Energien zufolge würden die Kosten 2,3 Cent pro Kilowattstunde betragen. Doch unter Berücksichtigung der Ausnahmeregel betragen die Kosten aktuell 5,277 Cent je Kilowattstunde. Verbraucherschützer kritisieren, dass Strom besonders für Haushalte mit einem niedrigen Einkommen zunehmend zu einem Luxusgut wird. Dagegen profitiert der Staat von einer hohen Ökostrom-Umlage erheblich. Pro Jahr soll diese Zusatzeinnahmen von mehr als 1 Milliarde Euro bringen. Dies liegt an der Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die auf die Steuern und Abgaben aufgeschlagen, welche im Netto-Strompreis enthalten sind.


Wie funktioniert die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage dient der Förderung von Erneuerbaren Energien. Dazu gehören Anlagen, die Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Geothermie produzieren und in das Netz öffentlicher Energieversorger einspeisen. Dafür erhalten die Anlagenbetreiber eine festgelegte Vergütung. Die Energieversorger verkaufen den Strom regulär an der Strombörse weiter, wobei diese nicht den Preis erhalten, den sie an die Ökostrom-Erzeuger gezahlt haben. Die Differenz dazu erhalten die Versorger aus dem EEG-Topf. Die EEG-Umlage macht rund ein Viertel des Strompreises aus und wird direkt auf den privaten Stromverbraucher umgelegt.

Erhebung auf den Strompreis

Für private Stromkunden ist es wichtig zu wissen, dass EEG und Netznutzungsentgelte mehr als 50 Prozent des Strompreises ausmachen. Die Umlage verbirgt sich in dem Anteil „Steuern und Abgaben“. Für stromkostenintensive Unternehmen ist die Zahlung der EEG-Umlage im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) begrenzt. Private Endkonsumenten können sich leider nicht auf diese Ausgleichsregelung berufen.

Was passiert mit der EEG-Umlage?

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Strom- und Wärmeversorgung ist eine zentrale Säule der Energiewende. Eine hohe EEG-Zulange kann dem Staat Einnahmen bis zu 1 Milliarde EURO pro Jahr bringen. Dieses Geld wird u. a. für den Ausbau und die Entwicklung von Innovationen zur regenerativen Energieerzeugung verwendet. Leider schreitet der Ausbau der Erneuerbaren Energien jedoch weitaus langsamer voran als geplant.

Nach Auffassung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die EEG-Umlage ein äußerst wirksames Instrument zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Wenn der Emissionshandel und das Erneuerbare-Energien-Gesetz gut aufeinander abgestimmt werden, fördert dies auch den Klimaschutz. Umweltverbände wie BUND und Greenpeace sehen das Gesetz als weltweit erfolgreichstes Instrument zur Förderung erneuerbarer Energien.

Wie wird die Höhe der EEG-Umlage berechnet?

Für die jährliche Berechnung der EEG-Umlage sind die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TransnetBW und TenneT) zuständig. Diese ermitteln jedes Jahr zum 15. Oktober die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr. Grundlage sind wissenschaftlich gestützte Vorhersagen zu voraussichtlichen Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse und sowie zu den erwartenden Ausgaben. Für die Berechnung der Umlage werden folgende Kosten herangezogen:

  • die prognostizierten Kosten (Auszahlungen an Anlagenbetreiber abzgl. Profilservicekosten, Kosten für Börsenzulassung und Handelsanbindung, EEG-Bonus in 2019 für 2017 sowie Zinsen)
  • prognostizierte Erlöse (Einnahmen aus Vermarktung, Einnahmen aus BesAR-Strommengen)
  • prognostizierte Deckungslücke 2019 (Liquiditätsreserve etc.)
  • Umlagebetrag 2019 (aus Kontostand vom 30.09.2018)
  • der anzulegende Letztverbrauch, der sich aus dem berechneten Anteil der Stromverbraucher nach BesAR an EEG-Umlage, dem umlagepflichtigen Anteil selbsterzeugter und sonstiger Letztverbrauch sowie dem nichtprivilegierten Letztverbrauch ergibt

 

Beispielrechnung der Strom- EEG-Umlage für 2019:

Kernumlage 2019: 70,17 Euro/MWh
Umlageanteil 2019 aus der Liquiditätsreserve: 4,23 Euro/MWh
Umlageanteil 2019 aus Kontostand vom 30.09.2018: -10,35 Euro/MWh
EEG-Umlage 2019 gerundet: 64,05 Euro/MWh
EEG-Umlage 2019 in Cent/kWh: 6,405 Cent/kWh

Der Strompreis setzt sich dabei wie folgt zusammen:

  • 53,6 Prozent Steuern und Abgaben (davon 22 Prozent für die EEG-Umlage)
  • 23 Prozent die Produktion bzw. die Beschaffung des Stroms und die Margen der Energieversorger
  • 23,4 Prozent die Netznutzungsentgelte (NNE)

 

Senkung der EEG-Umlage im Klimapaket beschlossen

Die EEG-Umlage hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Nach Abschluss des neuen Klimapaketes der Bundesregierung am 20. September 2019 soll die Umlage in den kommenden Jahren wie folgt sinken.

  • 2021: Senkung um 0,25 Cent/kWh
  • 2022: Senkung um 0,5 Cent/kWh
  • 2023: Senkung um 0,625 Cent/kWh

 
Wie lange an der EEG-Umlage festgehalten wird, ist im Moment noch nicht absehbar. Bis die Energiegewinnung nicht zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umgestellt ist, bleibt die EEG-Umlage wohl bestehen. Die letzten Kohlekraftwerke sollen 2030 in Deutschland vom Netz gehen. Das Ziel ist ein langfristig stabiler Strompreis.

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