Ökostrom, auch grüner Strom oder Strom aus erneuerbaren Energien genannt, bezeichnet regenerative Energie, die aus umweltfreundlichen und nachhaltigen Quellen gewonnen wird. Dazu zählen vor allem Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Im Gegensatz zur konventionellen Energieerzeugung, die auf fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Gas basiert und mit hohen CO2-Emissionen verbunden ist, verursacht Ökostrom keine oder nur geringe Treibhausgasemissionen. Damit trägt er zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Entlastung der Umwelt bei. Ökostromanbieter beliefern sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen mit grünen Strom und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
In Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins und des Klimawandels ist der Umstieg auf erneuerbare Energien für viele Verbraucher eine attraktive Option. Auf dieser Seite haben wir für Sie die wichtigsten Fakten zu den Themen Kosten und Nutzen, die besten Ökostromanbieter, Ökostrom-Gütesiegel und vieles mehr zusammengestellt. So können Sie gut informiert den günstigsten Ökostrom finden.
NachhaltigkeitDie Nutzung erneuerbarer Energien ist nachhaltig und umweltfreundlich, da sie unerschöpfliche Ressourcen nutzt und keine dauerhafte Umweltverschmutzung oder Ressourcenverknappung verursacht.
InnovationsförderungDie verstärkte Nutzung von Ökostrom fördert die Entwicklung und Verbesserung von Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien und trägt zur Innovation im Energiesektor bei.
Regionale WertschöpfungDie Erzeugung von Ökostrom kann die lokale Wirtschaft stärken, da sie häufig auf dezentralen Anlagen wie Solaranlagen auf Dächern oder Windparks in ländlichen Gebieten basiert.
Die Preise für Ökostrom haben sich nach den starken Schwankungen der vergangenen Jahre deutlich stabilisiert. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 3.500 kWh liegen die durchschnittlichen Arbeitspreise für Ökostrom aktuell im Bereich von etwa 26 bis 30 Cent pro kWh, abhängig von Region, Anbieter und Tarifmodell. Damit ist Ökostrom heute in vielen Fällen preislich gleichauf mit konventionellen Stromtarifen oder sogar günstiger. Im Vergleich dazu lagen die durchschnittlichen Arbeitspreise im Jahr 2023 noch spürbar höher – sowohl für konventionellen Strom als auch für Ökostrom. Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Wettbewerb am Markt und neue Tarifmodelle haben dazu beigetragen, dass grüner Strom heute deutlich erschwinglicher ist als noch vor wenigen Jahren.
Auch Verbraucherzentralen weisen regelmäßig darauf hin, dass viele Ökostromtarife unter den Preisen der Grundversorgung liegen. Ein Wechsel kann sich daher nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch finanziell lohnen. Die Kosten für Ökostrom variieren jedoch je nach Wohnort, Stromanbieter, Tarifdetails und individuellem Verbrauchsverhalten. Um einen realistischen Preis zu ermitteln, sollten Sie bei einem Strompreisvergleich stets Ihren ungefähren Jahresverbrauch sowie Ihre Postleitzahl angeben.
In der Regel kann jeder Verbraucher zu einem Anbieter mit Ökostrom wechseln, sofern Sie einen eigenen Stromzähler für Ihre Wohnung oder Ihr Haus besitzen und einen eigenständigen Stromvertrag mit einem Stromversorgen haben. Als Ausnahme gelten Mieter von Wohnungen, in denen die Stromkosten vom Vermieter auf die Mieter umgelegt werden. Diese haben unter Umständen keine Möglichkeit, den Versorger zu wechseln. Sie können jedoch ihren Vermieter auf die Möglichkeit eines Anbieterwechsels aufmerksam machen.
Neben dem klassischen Haushaltsstrom können Sie auf PREISVERGLEICH.de auch Ökostromtarife für Ihr Gewerbe vergleichen. Den günstigen Gewerbestromtarif erhalten Sie bereits ab der ersten verbrauchten Kilowattstunde. Voraussetzung ist allerdings ein gültiger Gewerbeschein. Ökostrom für Gewerbe ist in der Regel günstiger, da die Stromanbieter von einer höheren Abnahmemenge pro Jahr ausgehen.
Der Markt für Ökostrom in Deutschland boomt. Dank der Energiewende und staatlicher Förderung setzen immer mehr Anbieter auf umweltfreundliche und erneuerbare Energien, gleichzeitig sinken die Strompreise. Hier haben wir für Sie eine Auswahl der besten und beliebtesten Ökostromanbieter zusammengestellt.








Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren weiter deutlich beschleunigt. Während der Anteil von Ökostrom am Strommix bereits 2024 die Marke von 60 Prozent überschritten hat, zeigt sich bis 2026 ein klarer Trend: Erneuerbare Energien sind zur tragenden Säule der Stromversorgung geworden. Besonders Photovoltaik und Windenergie prägen die Entwicklung des deutschen Strommarktes.
Die installierte Solarleistung ist bis 2026 auf über 107 Gigawatt angestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdoppelt. Solarstrom ist inzwischen die leistungsstärkste einzelne Energiequelle im deutschen Stromsystem. Auch die Onshore-Windenergie wächst weiter stabil und erreicht 2026 rund 68 Gigawatt, womit sie eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit übernimmt. Die Offshore-Windenergie wurde ebenfalls kontinuierlich ausgebaut und liegt 2026 bei knapp 10 Gigawatt.
Biomasse und Wasserkraft entwickeln sich dagegen vergleichsweise konstant. Mit etwa 9 Gigawatt Biomasseleistung und rund 6 Gigawatt Wasserkraft stellen sie wichtige grundlastfähige Ergänzungen dar, die den steigenden Anteil von wetterabhängigem Solar- und Windstrom ausgleichen. Die langfristigen Ausbauziele der Bundesregierung unterstreichen diesen Kurs: Der massive Zubau erneuerbarer Energien erfordert parallel Investitionen in Netzausbau, Speichertechnologien und die Flexibilisierung des Stromsystems. Gleichzeitig ist der Rückgang konventioneller Energieträger deutlich sichtbar. Kohle- und Gaskraft verlieren zunehmend an Bedeutung, während Strom aus erneuerbaren Quellen weiter Marktanteile gewinnt.
Gütesiegel sollen Vertrauen schaffen und einen Qualitätsstandard sichern. Nutzen Sie unseren Ökostrom Vergleich und finden Sie Tarife mit einem Gütesiegel. Dabei können Sie als Verbraucher sicher sein, dass bestimmte definierte Kriterien vom Ökostromanbieter erfüllt werden. Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Ökostrom Gütesiegel und welche Kriterien diese ausweisen.

Das Zertifikat schreibt vor, dass die CO2 Bilanz des Stromverbrauchs und der Lieferung ausgeglichen sein muss und zusätzlich ein Drittel des Ökostroms aus neuen Anlagen kommt.

Das Zertifikat garantiert, dass der Ökostrom strenge Kriterien hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Erneuerbarkeit erfüllt. Der Ökostrom muss zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammen und CO2 neutral sein.

Das Label zeigt an, dass der Ökostrom über die gesetzlichen Anforderungen hinaus einen Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien leistet und sich für Umweltmaßnahmen engagiert.

Das Zertifikat des TÜV Süd EE01 garantiert, dass der Ökostrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und davon wiederum zu 30 Prozent aus neuen Anlagen stammt.

Das KlimaInvest-Label kennzeichnet Ökostrom von Stromproduzenten, die keine Atom- oder Kohlekraftwerke betreiben und der neben CO2-Einsparungen auch in Klimaschutzprojekte investiert.

Das Grüner Strom-Label bestätigt, dass der Ökostrom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen stammt sowie, dass neue Energieprojekte und –anlagen gefördert werden.

Das Ok-power-Label steht für Ökostrom, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammt. Zudem investiert der Stromanbieter in Ökostromanlagen und beteiligt sich nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken.

Das Ok-power-plus-Label signalisiert, dass Ökostromanbieter nicht nur die Kriterien des Ok-power-Labels erfüllen, sondern zusätzlich als Versorger keine konventionellen Stromlieferungen anbieten.
Die EEG-Umlage, auch Ökostrom-Umlage genannt, ist die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien. Da die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, soll die EEG-Umlage im Rahmen der Energiewende den staatlich garantierten Preis für den eingespeisten Ökostrom der Ökostromanbieter sicherstellen. Die Ökostrom-Umlage gleicht Preisschwankungen auf dem Strommarkt aus. Durch das EEG wird der Strompreis künstlich verteuert, da mehr als der Marktpreis gezahlt werden muss. Unternehmen mit energieintensiven Produktionsprozessen sind von der EEG-Umlage befreit. Begründet wird dies damit, dass diese Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben sollen.
Im Jahr 2020 erreichte die EEG-Umlage mit 6,756 Cent pro kWh den zweithöchsten Wert seit ihrer Einführung. Die Umlage fiel unabhängig davon an, ob Strom aus erneuerbaren oder konventionellen Energiequellen bezogen wurde. Im Jahr 2021 sank die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien auf 6,5 Cent pro kWh und im Januar 2022 auf rund 3,7 Cent pro kWh. Seit dem 01. Juli 2022 wird die EEG-Umlage für Privathaushalte nicht mehr erhoben und liegt damit bei 0 Cent pro kWh. Und dennoch läuft die Energiewende auf Hochtouren.
Deutschland verfolgt weiterhin das Ziel, spätestens bis 2045 klimaneutral zu werden. Im Jahr 2026 ist deutlich erkennbar, dass die Energiewende vom politischen Ziel zur praktischen Realität geworden ist. Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und nähert sich kontinuierlich der angestrebten Marke von 80 Prozent bis 2030. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung das Ausbautempo für erneuerbare Energien deutlich erhöht. Zentrale Grundlage bleibt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das bis 2028/2029 ambitionierte Ausbaupfade für Windenergie und Photovoltaik sowie erhöhte Ausschreibungsmengen für neue Anlagen festlegt. Parallel dazu wurden gesetzliche Maßnahmen für einen schnelleren Netzausbau und den Ausbau von Speicher- und Flexibilitätslösungen auf den Weg gebracht.
Die Fortschritte sind messbar: Während erneuerbare Energien 2021 noch rund 41 Prozent des deutschen Stromverbrauchs deckten, stieg ihr Anteil 2022 auf 46,2 Prozent und erreichte 2023 erstmals nahezu 60 Prozent. Im ersten Halbjahr 2024 lag der Anteil in der öffentlichen Nettostromerzeugung bereits stabil über 60 Prozent. Die Entwicklung bis 2025 zeigt, dass erneuerbare Energien bereits rund 55,9 % der öffentlichen Stromerzeugung decken und insgesamt etwa 58,8 % des Strommixes ausmachen – ein Wachstum, das maßgeblich durch den Zubau von Solar- und Windkraftanlagen getragen wird. Auch für 2026 wird ein weiterer leichter Anstieg erwartet, da installierte Kapazitäten weiter ausgebaut werden.

Silvia Lehrack
Als Expertin für Energievergleiche beleuchtet Silvia aktuelle Trends rund um Strom, Gas und Energiekosten – praxisnah, verständlich und immer am Puls der Zeit.