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Korridor gesucht: Planung für dritte Nord-Süd-Stromautobahn beginnt

06.10.2016

Bild Stromautobahn von Nord nach Süd

Deutschland braucht Stromautobahnen, die Windstrom in den Süden der Republik bringen und damit auch die Energiewende möglich machen. Das dritte Großprojekt für die Nord-Süd-Stromtrassen geht jetzt in die Planungsphase. Um die Bevölkerung zu beruhigen, die dem Ausbau naturgemäß kritisch gegenübersteht, will der Netzbetreiber Amprion in den öffentlichen Dialog treten. PREISVERGLEICH.de berichtet über die Suche nach dem Stromkorridor.

Wesel – Die Planung von riesigen Stromautobahnen für den Transport von Windstrom in den Süden nimmt langsam Fahrt auf: Am Mittwoch startete der Netzbetreiber Amprion den öffentlichen Dialog für die westlichste der künftigen drei nationalen Nord-Süd-Stromverbindungen, die für die Energiewende unerlässlich sind.

Stromtrasse von Nord nach Süd

Die Leitung soll von Emden in Niedersachsen rund 600 Kilometer weit bis Philippsburg in Baden-Württemberg führen, wo zum Jahresende 2019 das dortige Atomkraftwerk vom Netz geht. Bis 2025 soll die Leitung komplett fertiggestellt sein. Vergangene Woche hatten die Netzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz bereits Korridor-Vorschläge für die beiden anderen Großleitungen «Suedlink» und «SuedOstLink» von Schleswig-Holstein beziehungsweise Sachsen-Anhalt in den Süden vorgelegt.

Bei dem aktuellen Projekt geht um den gut 300 Kilometer langen und bis zu zwei Milliarden Euro teuren Nordteil der Leitung von Emden bis Osterath nahe Düsseldorf. Dabei sind Erdkabel vorgesehen. Der Weiterbau von Osterath bis Philippsburg wird getrennt geplant. Die Leitung soll künftig Strom für zwei Millionen Menschen transportieren.

Netzbetreiber wirbt für Akzeptanz

Konkrete Korridore für den Nordabschnitt gebe es noch nicht, sagte Amprion-Projektleiter Klaus Wewering am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wesel (Niederrhein). Bisher seien 20 bis 40 Kilometer breite «Untersuchungsräume» für die künftigen Korridore definiert worden, in denen dann später die genaue Trasse festgelegt werde. Schon in der jetzigen sehr frühen Planungsphase suche man aber den Austausch mit der Region. «Ab jetzt fahren wir übers Land zu Gesprächen», sagte Wewering. Mitte nächsten Jahres will der Netzbetreiber konkrete Trassenkorridore vorschlagen.

Amprion erhofft sich von der sehr frühen Beteiligung und der Verwendung von Erdkabeln mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Allerdings verteuerten die Erdkabel das Projekt um den Faktor 3 bis 4, sagte der Projektleiter. Der Rhein müsse gequert werden – wahrscheinlich mit einem Tunnel. Auf der Höhe des dicht besiedelten Ruhrgebiets sei der Planungsraum besonders breit gefasst. Dort könnte die Trasse möglicherweise in einem Bogen Richtung Westen um das Ruhrgebiet herumgeführt werden, hieß es.

Text: dpa/pvg

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