17.02.2026

Eine neue Analyse zeigt: Geothermie könnte in Europa deutlich wichtiger werden als bisher gedacht. Technologische Fortschritte machen Erdwärme wettbewerbsfähig und eröffnen die Chance, einen erheblichen Teil der heutigen Stromerzeugung aus Kohle und Gas zu ersetzen. Für den Strommarkt bedeutet das: mehr stabile, klimafreundliche Energie, ganz unabhängig von Wetter und Tageszeit. Für den Strommarkt bedeutet das mehr Stabilität, weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und langfristig bessere Voraussetzungen für verlässlichere Preise. Ob dieses Potenzial jedoch schnell genutzt wird, hängt von politischen Rahmenbedingungen, Investitionen und einer klaren europäischen Strategie ab. Gleichzeitig rückt die Frage in den Fokus, wie Erzeugung, Netze und Kosten künftig organisiert werden sollen, damit Verbraucher tatsächlich profitieren. Wie sich Geothermie auf Preise, Versorgungssicherheit und Verbraucher auswirken könnte, lesen Sie hier.
Eine aktuelle Analyse des Energie-Thinktanks Ember kommt zu einem klaren Ergebnis: Moderne Geothermie-Technologien machen Erdwärme in vielen Regionen Europas wirtschaftlich attraktiv. Demnach könnten allein in der EU rund 300 Terawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Genug, um große Teile von Industrie und Grundversorgung abzudecken. Entscheidend dabei: Der erzeugte Strom liegt preislich auf Augenhöhe mit Kohle- und Gaskraftwerken, verursacht aber keine CO₂-Emissionen und ist dauerhaft verfügbar.
Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie ist Geothermie nicht wetterabhängig. Kraftwerke liefern rund um die Uhr konstant Strom – ein entscheidender Vorteil für ein Energiesystem mit immer mehr erneuerbaren Energien. Weitere Vorteile:
Besonders gut geeignet für einen schnellen Ausbau sind laut Studie Ungarn, Polen, Deutschland und Frankreich. Diese Länder verfügen über günstige geologische Voraussetzungen und einen hohen Bedarf an verlässlicher Grundlastenergie – etwa für Industrie, Rechenzentren oder urbane Ballungsräume.
Geothermie ist keine neue Technologie: Bereits 1904 ging in Italien das erste geothermische Kraftwerk Europas ans Netz. Trotzdem verlief der Ausbau bislang langsam und uneinheitlich. Die Studie warnt: Ohne eine koordinierte europäische Strategie könnten Investitionen und Know-how in andere Weltregionen abwandern. Angesichts von Klimazielen, steigenden CO₂-Kosten und dem Wunsch nach stabilen Strompreisen sei das Potenzial der Geothermie zu groß, um es ungenutzt zu lassen.
All das kann dazu beitragen, Preisschwankungen am Strommarkt abzufedern. Entscheidend bleibt jedoch: Ob diese Vorteile bei Haushalten ankommen, hängt von Netzausbau, Marktgestaltung und Tarifmodellen ab.
Die neue Studie zeigt: Geothermie kann zu einer tragenden Säule im europäischen Stromsystem werden. Sie ergänzt Wind und Solar dort, wo Wetterabhängigkeit an Grenzen stößt, und könnte einen erheblichen Teil von Kohle und Gas ersetzen. Für Haushalte gilt: Wer seine Stromtarife regelmäßig vergleicht und Marktentwicklungen im Blick behält, kann künftig auch von neuen, stabileren Erzeugungsformen profitieren.

Silvia Lehrack
Als Expertin für Energievergleiche beleuchtet Silvia aktuelle Trends rund um Strom, Gas und Energiekosten – praxisnah, verständlich und immer am Puls der Zeit.