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Atommüll: Wie teuer wird die Entsorgung wirklich?

24.03.2016

Foto Was kostet die Entsorgung des Atommülls wirklich?Das zähe Ringen um den deutschen Atomausstieg setzt sich fort. Vor allem die Kosten für die Entsorgung des radioaktiven Abfalls stellen einen großen Streitpunkt dar. Die Stromkonzerne wollen diese klein rechnen, scheinen damit aber auf keinen fruchtbaren Boden zu treffen. PREISVERGLEICH.de erklärt den Stand der Dinge in den Atom-Verhandlungen.

Berlin – In den Verhandlungen der Energiekonzerne mit der Regierungskommission zur Finanzierung des Atomausstiegs zeichnet sich weiter keine schnelle Einigung ab. Der Vorstoß der Kernkraft-Betreiber, die Kosten für die atomaren Altlasten klein zu rechnen und so weniger an einen Staatsfonds zu übertragen, sei von der Kommission strikt abgelehnt worden. Dies verlautete am Dienstag (22. März) aus Verhandlungskreisen in Berlin.

Atommüll entsorgen: 14 statt 17,2 Milliarden Euro

Demnach wollen die Konzerne aus ihren Rückstellungen nur 14 Milliarden Euro an den Fonds übertragen statt der zuletzt diskutierten mindestens 17,2 Milliarden Euro. Ob wie angestrebt bis 13. April eine Einigung stehe, sei offen. Die Kommission will einen Vorschlag machen, wie Rückstellungen von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall für Abriss und Endlagerung des Atommülls von insgesamt rund 38,5 Milliarden Euro langfristig gesichert werden können.

Volle Nachhaftung für Atomkonzerne

Nach bisherigen Vorstellungen der Kommission würde der Staatsfonds mit einem Teil der Rücklagen zumindest die End- und Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente übernehmen. Das Risiko möglicher Mehrkosten für die Endlagerung könnte „ab einem gewissen Zeitpunkt“ der Staat übernehmen. Die Unternehmen blieben für den Rückbau der Atommeiler sowie die Atommüll-Behälter verantwortlich – bei voller Nachhaftung.

Atomausstieg kostet fast 49 Milliarden Euro

Doch noch immer ist umstritten, wie viel die Atomkonzerne in den Fonds einzahlen und ob sie damit jegliche Haftung los sind. Die Kosten für Stilllegung und Rückbau der Atomkraftwerke sowie die Entsorgung des Atommülls werden in einem Kommissionspapier auf fast 49 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen 17,7 Milliarden auf die Zwischen- und Endlagerung. Die Atomkonzerne hatten zuletzt die Atommüll-Kosten überraschend deutlich nach unten gerechnet.

Wie der Ottnormalverbraucher Atommüll entsorgen würde, zeigt das folgende Video:

Quelle: YouTube/QLAR

Text: dpa/pvg

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