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Das ändert sich bei den Strompreisen 2026

Großer Strommast in verschneiter Winterlandschaft, darüber ein rot-blaues Textfeld mit der Aufschrift ‚Strompreise 2026 – Strom News‘.

2026 wird für Hausbesitzer ein wichtiges Jahr, wenn es um Strompreise und Stromkosten geht. Mehrere politische Entscheidungen wirken gleichzeitig auf den Strommarkt: Der Staat entlastet Verbraucher bei den Netzentgelten (Gebühren für Nutzung und Ausbau des Stromnetzes), gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen für Solaranlagen und neue Strommodelle wie Energy Sharing (gemeinschaftliche Nutzung von selbst erzeugtem Strom). Wer die Entwicklungen kennt, kann seine Stromkosten besser einschätzen und gezielt sparen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Entlastung bei Netzentgelten: Der Bund bezuschusst die Netzentgelte 2026 mit 6,5 Milliarden Euro. Im Durchschnitt sinken sie um rund 17,2 % beziehungsweise etwa 2 Cent pro kWh (Kilowattstunde, Maßeinheit für Stromverbrauch).
  • Spürbare Ersparnis für Haushalte: Ein typischer Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kann durch die niedrigeren Netzentgelte etwa 70 Euro Stromkosten pro Jahr sparen.
  • Wegfall der Gasspeicherumlage: Ab dem 1. Januar 2026 entfällt die Gasspeicherumlage. Je nach Gasverbrauch bringt das privaten Haushalten rund 30 bis 60 Euro Entlastung pro Jahr und entspannt indirekt auch den Strommarkt.
  • CO₂-Preis als Kostentreiber: Der weiter steigende CO₂-Preis verteuert fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl und macht erneuerbare Energien sowie eigenen Solarstrom langfristig attraktiver.
  • Neue Chancen für Hausbesitzer: Nullsteuersatz für PV-Anlagen (Photovoltaikanlagen, Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht), Energy Sharing (gemeinschaftliche Nutzung von Ökostrom) und geplante Förderungen für Wallboxen (private Ladestationen fürs E-Auto) helfen, Stromkosten dauerhaft zu senken.

Entlastung bei den Netzentgelten

Ein wichtiger Baustein für die Strompreise 2026 ist die geplante Entlastung bei den Netzentgelten. Diese machen im Durchschnitt rund ein Viertel der Stromrechnung aus und fallen je nach Region unterschiedlich hoch aus. Der Bund will die Netzentgelte im Jahr 2026 mit 6,5 Milliarden Euro bezuschussen, damit Haushalte weniger für den Transport und die Verteilung von Strom zahlen müssen. Laut einer Stichprobe der Bundesnetzagentur bei 28 Verteilnetzbetreibern sinken die Netzentgelte im Bundesdurchschnitt um 17,2 Prozent bzw. um rund 2 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem typischen Jahresverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden entspricht das einer Entlastung von ungefähr 70 Euro pro Jahr. Zwar sind Stromanbieter nicht verpflichtet, die Entlastungen vollständig weiterzugeben, viele haben jedoch angekündigt, sinkende Netzgebühren in ihren Preisen zu berücksichtigen. Für Hausbesitzer lohnt es sich deshalb, die Entwicklung der Stromtarife 2026 genau zu beobachten und einen Stromvergleich durchzuführen. Hier finden Sie die vorläufigen Netznutzungsentgelte für 2026.

Wegfall der Gasspeicherumlage und indirekte Auswirkungen auf Strom

Indirekt wirken sich auch Änderungen bei anderen Preisbestandteilen auf den Strommarkt aus. Im November hat die Bundesregierung beschlossen, dass Verbraucher die Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2026 nicht mehr finanzieren müssen. Bislang wird über diese Umlage die Befüllung der Gasspeicher bezahlt, künftig übernimmt der Bund die Kosten aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die Umlage beträgt derzeit 0,289 Cent pro Kilowattstunde und macht für private Verbraucher rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus. Je nach Verbrauch kann ein typischer Vierpersonenhaushalt durch den Wegfall zwischen etwa 30 und 60 Euro pro Jahr sparen. Da Gas auch in Gaskraftwerken zur Stromerzeugung eingesetzt wird, kann diese Entlastung indirekt dazu beitragen, dass Strom aus Gaskraftwerken günstiger wird und sich damit die Strompreise tendenziell etwas entspannen.

Steigender CO₂-Preis und fossile Stromerzeugung

Gleichzeitig steigt jedoch der CO₂-Preis weiter an – mit Auswirkungen auf die Stromerzeugung aus fossilen Kraftwerken. Seit Anfang 2025 liegt der CO₂-Preis für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas bei 55 Euro pro Tonne. Für 2026 ist ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne festgelegt. Für Haushalte, die mit Erdgas oder Heizöl heizen, bedeutet das steigende Kosten, denn die CO₂-Abgabe kann bei Erdgas um bis zu 1,55 Cent pro Kilowattstunde und bei Heizöl um bis zu 20,7 Cent pro Liter steigen – jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Langfristig verteuert das auch die Stromerzeugung aus fossilen Kraftwerken und verstärkt den Trend hin zu erneuerbaren Energien. Ein wichtiger Schritt für die Energiewende in Deutschland.

Solaranlagen und Eigenverbrauch im Fokus

Für Hausbesitzer rücken deshalb Strom aus Solaranlagen und ein höherer Eigenverbrauch immer stärker in den Fokus. Die Einspeisevergütung für Solarstrom bleibt grundsätzlich erhalten, wird aber flexibilisiert: In Phasen mit negativen Strompreisen an der Börse soll künftig keine Einspeisevergütung mehr gezahlt werden. Das macht es attraktiver, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haushalt zu nutzen. Wer eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) mit einem Stromspeicher kombiniert, kann einen großen Teil seines Strombedarfs mit eigenem Solarstrom decken und sich unabhängiger von der Entwicklung der Strompreise machen. Für bestehende PV-Anlagen bleibt alles beim Alten: Die auf 20 Jahre festgelegte Einspeisevergütung von 7,86 Cent pro Kilowattstunde soll erhalten bleiben.

Steuerliche Vorteile für PV-Anlagen

Auch die steuerlichen Rahmenbedingungen für Solaranlagen bleiben 2026 attraktiv. Der sogenannte Nullsteuersatz (0 Prozent Mehrwertsteuer) für die Neuinstallation von PV-Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak (kWp, maximale Nennleistung einer Solaranlage) soll weiterhin gelten. Das bedeutet: Wer eine Solaranlage bis 30 kWp installiert, zahlt keine Mehrwertsteuer auf Anschaffung und Installation. Zudem soll auch weiterhin keine Umsatzsteuer auf ins Netz eingespeisten Solarstrom erhoben werden. Das senkt die Investitionskosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen deutlich – ein wichtiger Faktor für alle Hausbesitzer, die ihre Stromkosten langfristig senken und sich unabhängiger von steigenden Strompreisen machen wollen.

Energy Sharing ab Juli 2026

Ab Juli 2026 soll mit Energy Sharing (gemeinschaftliche Nutzung von lokal erzeugtem Ökostrom) ein weiteres Modell hinzukommen, das direkten Einfluss auf die Stromkosten im Alltag haben kann. Beim Energy Sharing schließen sich Erzeuger von erneuerbarem Strom, zum Beispiel Betreiber von Solaranlagen, mit anderen Verbrauchern in der Nachbarschaft zu einer Energiegemeinschaft zusammen. Überschüssiger Solarstrom kann innerhalb dieser Gemeinschaft geteilt oder verkauft werden. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten mit einem Smart Meter (intelligenter Stromzähler, der Erzeugung und Verbrauch digital misst) ausgestattet sind. Gerade in Wohngebieten, in denen nicht jedes Haus eine eigene Anlage installieren kann, eröffnet Energy Sharing neue Möglichkeiten, von günstigem Ökostrom aus der direkten Umgebung zu profitieren.

Stromkosten und private E-Auto-Ladestationen

Auch private Ladestationen für Elektroautos hängen zunehmend mit den Stromkosten im Haushalt zusammen. Die Bundesregierung plant eine neue Förderung für Wallboxen (fest installierte Ladestationen für Elektroautos) in Mehrparteienhäusern. Eigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften sollen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur finanziell unterstützt werden, inklusive notwendiger Arbeiten am Netzanschluss und an der Hauselektrik. Das Förderprogramm ist Teil des „Masterplans Ladeinfrastruktur 2030“. Konkrete Details zu Förderhöhe und Bedingungen stehen zwar noch aus, sollen aber Anfang 2026 veröffentlicht werden. Wer sein Elektroauto überwiegend zu Hause lädt, kann mit einem passenden Stromtarif oder in Kombination mit einer eigenen Solaranlage die Ladekosten senken und Strom aus dem öffentlichen Netz gezielt ergänzen.

Fazit: Was Hausbesitzer jetzt tun können

Unterm Strich zeigt sich: 2026 wird ein entscheidendes Jahr für Strompreise und Stromkosten von Hausbesitzern. Staatliche Entlastungen bei Netzentgelten und der Wegfall der Gasspeicherumlage treffen auf steigende CO₂-Kosten und strengere Anforderungen an fossile Energieträger. Gleichzeitig sorgen attraktive Rahmenbedingungen für Solaranlagen, der Nullsteuersatz, Energy Sharing und geplante Förderungen für Ladeinfrastruktur dafür, dass sich der Umstieg auf erneuerbare Energien immer mehr lohnt. Wer frühzeitig Tarife vergleicht, auf effiziente Technik setzt und – wenn möglich – eigene Stromerzeugung nutzt, kann seine Stromkosten langfristig senken und sich unabhängiger von künftigen Preissteigerungen machen.

Silvia Lehrack

Silvia Lehrack


Als Expertin für Energievergleiche beleuchtet Silvia aktuelle Trends rund um Strom, Gas und Energiekosten – praxisnah, verständlich und immer am Puls der Zeit.