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Solaranlage zu schwach? So bekommen Sie mehr Sonnenstrom

21.07.2016

Foto Eine Solaranlage sorgt gerade im Sommer für viel Sonnenstrom.Bei Sonnenschein schlägt das Herz von Solaranlagen-Besitzern höher. Denn dann sorgen die Paneele auf dem Dach für ordentlich Sonnenstrom. Was aber, wenn die Stromerzeugung sinkt oder von vornherein niedriger ausfällt als erwartet? PREISVERGLEICH.de gibt einen Überblick mit Fragen und Antworten.

Berlin – Solaranlagen bringen Hausbesitzern saubere Energie. Sie sparen außerdem Energiekosten und machen im Idealfall etwas Gewinn mit ihrer Anlage, wenn diese den nicht benötigten Strom ins Netz einspeist. Maximalen Nutzen bringen die Solar-Module allerdings nur, wenn sie einwandfrei funktionieren. Produzieren sie weniger, verliert der Hausbesitzer letztlich Geld. Doch ab wie viel Leistungsverlust könnte ein Defekt die Ursache sein? Wo liegen Fehlerquellen? Und wie behebt man sie? Experten geben Antworten auf zentrale Fragen zu schwächelnden Solaranlagen:

Wie viel Leistungsverlust ist noch im Rahmen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Leistung einer Solaranlage ist von vielen Faktoren abhängig, darunter etwa dem Wetter oder bei Solarthermieanlagen den Gewohnheiten der Bewohner. Hausbesitzer sollten deshalb jeden Monat die Ertragswerte und bei Thermieanlagen auch die Verbrauchswerte aufschreiben, rät Hermann Michael Hell von der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese Werte lassen sich mit den Wetterdaten und den Werten aus dem Vorjahr vergleichen. Ergeben sich erhebliche Unterschiede, sollte man seine Anlage prüfen lassen.

Bei Photovoltaikanlagen gibt meist schon der Anlagenplaner oder -installateur Hinweise: Er erstellt eine Ertragsprognose. Weichen die tatsächlichen Werte maßgeblich ab, lässt sich unter Umständen ein Mangel geltend machen, wenn die Anlage korrekt bedient wurde und der Fehler in der Installation oder bei Komponenten der Anlage liegt, sagt David Wedepohl vom Bundesverband Solarwirtschaft. Zum Vergleich: 860 bis 970 Kilowattstunden Strom pro Kilowatt Anlagenleistung erwirtschaften Photovoltaikanlagen im Schnitt pro Jahr, schätzt Wedepohl. Eine Alternative ist, die Erträge ähnlicher Anlagen in der Nachbarschaft zum Vergleich heranzuziehen oder Vergleichsportale im Internet mit den eigenen Daten zu füttern.

Bei Thermieanlagen ist so eine Einschätzung schwieriger: Sie erwärmen das Wasser und unterstützen mitunter ergänzend die Heizung. Der Ertrag werde maßgeblich vom Nutzungsverhalten der Bewohner mitbestimmt, erklärt Matthias Wagnitz, Referent für Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Ertragsschwankungen seien deshalb normal. Aber wenn auch hier Ertragsprognose und Ertrag deutlich voneinander abweichen, sollte man nach technischen Ursachen suchen.

Wie findet man Fehler?

Viele Defekte erkennt man durch Sichtkontrolle. Anlagenbesitzer sollten regelmäßig die Anzeigen prüfen: Moderne Anlagen sind mit Fehlermeldern ausgestattet. Auch die Module oder Kollektoren werden hin und wieder gecheckt, etwa nach Unwettern. Dabei ist aber Vorsicht geboten: „Inspektionen auf dem Dach oder Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von Fachunternehmen durchgeführt werden“, sagt Wedepohl. Aber auch Hausbesitzer, die nach dem Ablesen der Verbrauchswerte einen Verdacht hegen, haben selbst ein paar Möglichkeiten: Fotos der Digitalkamera von der Straße oder mit dem Selfie-Stick vom Balkon aus am PC vergrößern. Oder man lässt eine kleine Video-Drohne über das Dach fliegen, rät Wedepohl.

Was sind typische, optisch erkennbare Mängel?

Verfärbungen einzelner Module oder Kollektoren können auf einen Defekt hindeuten. Hagelkörner können etwa das Glas der Paneele durchschlagen haben. Oder Verschmutzungen durch Staub oder Laubblätter mindern die Leistung. Thermieanlagen sind gegenüber Verschmutzung toleranter als Solarstromerzeuger. Mit einem langen Stiel und weichen Bürsten können Hausbesitzer ihre Anlage vorsichtig säubern. Sie nehmen dafür am besten destilliertes Wasser, um Kalkflecken zu vermeiden. Von Wasserschläuchen und Hochdruckreinigern rät Wedepohl ab. Und auch hier gilt wieder: Auf das Dach selbst sollten nur Fachleute gehen.

Was sind spezifische Fehlerquellen bei Photovoltaikanlagen?

Korrodierte oder wacklige Kontakte können die Leistung schmälern. Die Kontakte liegen aber unter den Paneelen und können von Laien nicht eingesehen werden, sagt Hell. Auch der Wechselrichter sei ein Verschleißteil mit nicht unbegrenzter Lebensdauer. „Mehr als zehn Jahre halten diese oft nicht.“ Zu große Widerstände können Modulzellen überhitzen oder sogar zerstören. Das können Hausbesitzer mit einer Infrarotkamera erkennen: Die überhitzten Zellen sind wesentlich wärmer als die umliegenden Zellen. Sie werden deshalb Hotspots genannt.

Was sind spezifische Fehlerquellen bei Thermieanlagen?

Bei Thermieanlagen können viele Faktoren die Leistung einschränken, sagt Wagnitz. Die Leitungsflüssigkeit – meist ein Wasser-Glykol-Gemisch – kann verkochen. Die Pumpe zwischen Pufferspeicher und Kollektoren kann festgefahren sein und gar nicht mehr pumpen. Oder der Heizregler ist falsch eingestellt. „Dann bedient sich die Heizung vom Heizkessel und nicht vom Pufferspeicher, obwohl der voll ist“, erklärt Wagnitz. Die sogenannte Auslegungs-Vorlauftemperatur der Heizung muss auf die Thermieanlage abgestimmt sein. Da sei es etwa entscheidend, ob diese bei 50 oder 70 Grad liegt. Bei 50 Grad kann die Thermieanlage laut Wagnitz längere Zeit im Jahr zuliefern als bei 70 Grad. Auch der hydraulische Abgleich des Rohrsystems und die Dämmung der Rohre sind für die Anlagenleistung wichtig.

Tipps für die Montage einer Solaranlage in Eigenregie gibt es im folgenden Video:

Quelle: YouTube/diybook

Text: dpa/tmn/pvg

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