02.04.2026

Im April 2026 bewegen sich die Strompreise auf einem mit Vorsicht optimistischen Niveau: Die Bundesnetzagentur erwartet für das Jahr insgesamt stabile bis leicht sinkende Strompreise, während die Energiepreisentwicklung 2025 deutlich schwankender war. Gleichzeitig sanken die Netzentgelte 2026 spürbar, was für viele Haushalte Entlastung bringt – ob diese aber sofort in der Stromrechnung sichtbar wird, hängt stark vom jeweiligen Stromanbieter und Tarif ab. Hier erfahren Sie kurz und klar, wie Netzentgelte, stabile Preise und erneuerbare Energien zusammenhängen und was Sie für Ihre Stromrechnung konkret tun können.
Im April 2026 liegen die durchschnittlichen Neukundentarife bundesweit je nach Vergleichsportal grob im Bereich von rund 26,6 bis etwa 28 Cent je Kilowattstunde. Bestandskunden bezahlen in vielen Fällen weiter deutlich mehr, etwa im Schnitt um 31 Cent pro kWh, sodass ein Tarifwechsel für viele Haushalte noch immer lohnt. Die Preise für Neukunden liegen im Vergleich zum hohen Stand 2025 deutlich niedriger – ein klarer Trend weg von den Krisenpreisen der Vorjahre.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer sich noch in der Grundversorgung oder in einem alten Hochpreistarif befindet, sollte seine bestehenden Stromtarife und Stromanbieter prüfen, selbst wenn die Preise im April 2026 wieder leicht über dem Jahrestief 2026 liegen. Ein Strompreisvergleich kann zeigen, ob ein Wechsel kurz‑ oder mittelfristig sinnvoll ist.
Ein wichtiger Grund für die Entlastung im Jahr 2026 sind die deutlich niedrigeren Netzentgelte. Laut aktuellen Übersichten liegen die Netzentgelte 2026 für typische Haushaltskunden um rund 10 bis 20 Prozent unter dem Niveau von 2025, was bei einem Verbrauch von etwa 4.000 kWh rechnerisch etwa zehn Prozent weniger Netzkosten bedeutet. Diese Ersparnis entsteht vor allem durch geringere Kosten der Netzbetreiber und einen Bundeszuschuss für die Übertragungsnetze.
Trotzdem kommt die Entlastung nicht bei allen Haushalten gleich stark an. Manche Stromanbieter passen ihre Tarife nur verzögert an, sodass Verbraucher ihre Rechnung gezielt auf die Netzentgelte und die Gesamtstruktur prüfen sollten. Wer sich näher mit den Zahlen beschäftigt, kann über die Netzentgelt‑Übersichten nach Postleitzahl sehen, wie sich die Situation im eigenen Netzgebiet entwickelt.
Die Endkundenpreise setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Netzentgelte mit regionalen Unterschieden, Börsenstrompreise, Steuern und Abgaben sowie die Margen der Stromanbieter. Zwar sind die Börsenstrompreise 2026 stabil bis leicht rückläufig, während die Netzentgelte deutlich sinken, aber Steuern und Abgaben bleiben weitgehend unverändert. Zudem hängt es von den Verträgen ab, ob und wie schnell Unternehmen diese Entlastungen an ihre Kunden weitergeben.
Daher ist es möglich, dass ein Haushalt im April 2026 trotz niedriger Netzentgelte noch einen vergleichsweise hohen Strompreis zahlt – vor allem, wenn er in einem Bestandstarif oder in der Grundversorgung ist. Dort kann ein Tarifwechsel die Entlastung deutlicher spürbar machen als einseitige Preisänderungen der bisherigen Energieversorgung.
Dieses bringt eine erfreuliche Nachricht für nahezu alle deutschen Haushalte: Die Netzkosten werden kommendes Jahr bundesweit sinken. Eine umfassende Analyse von über 10.750 Gemeinden zeigt, dass 95,8 Prozent aller Orte in Deutschland von deutlich reduzierten Netzentgelten profitieren werden. Im Durchschnitt sinken die Kosten um 64,74 Euro pro Jahr, was einer Reduzierung von 16,53 Prozent entspricht. Die durchschnittlichen Netzentgelte der Bundesländer lagen etwa bei 10,68 ct/kWh.
Die Bundesnetzagentur und Marktbeobachter gehen für 2026 von insgesamt stabilen oder leicht sinkenden Strompreisen aus, solange keine unerwarteten Schocks wie schwere Krisensituationen oder abrupt steigende Gaspreise auftreten. Grund dafür ist unter anderem der gestiegene Anteil erneuerbarer Energien am Strommix: Im ersten Quartal 2026 kam nach vorläufigen Berechnungen rund 53 bis 54 % des Stromverbrauchs in Deutschland aus Wind, Solar, Wasser und Biomasse. Dieses höhere Angebot kann langfristig Druck auf die Großhandelspreise ausüben und die Stromkosten dämpfen.
Trotz dieses positiven Trends ist eine sichere Prognose unmöglich. Die Strompreise bleiben anfällig für externe Faktoren wie Gaspreisentwicklung, Netzausbau, politische Rahmenbedingungen und das Wachstum von E‑Mobilität und Stromheizen. Verbraucher sollten daher von einer eher vorsichtigen Erwartung ausgehen: 2026 dürften die Preise im Durchschnitt eher leicht unter oder zumindest nicht deutlich über dem Niveau von 2025 liegen, aber ohne Garantie für weiter fallende Tarife.
Um die aktuelle Preisentwicklung im April 2026 optimal für sich zu nutzen, lohnt es sich, Tarif und Verbrauch kurz zu überprüfen. Besonders Haushalte in der Grundversorgung oder alten Bestandstarifen können so schnell spürbare Einsparungen erzielen.
Diese drei Schritte reichen oft aus, um die aktuelle Kombination aus sinkenden Netzentgelten und moderaten Strompreisen voll zu nutzen.
Quellen: DBEW | Deutschlandfunk | ADAC | StromAuskunft | Finanztip | Strom-Report | Bundesregierung
Rohdaten
| Bundesland | Netzentgelt 2025 (ct/kWh) |
|---|---|
| Baden-Württemberg | ~11,7 |
| Bayern | ~9,8 |
| Berlin | ~11,1 |
| Brandenburg | ~11,1 |
| Bremen | ~8,9 |
| Hamburg | ~14,3 |
| Hessen | ~10,7 |
| Mecklenburg-Vorpommern | ~9,2 |
| Niedersachsen | ~9,6 |
| Nordrhein-Westfalen | ~11,1 |
| Rheinland-Pfalz | ~11,7 |
| Saarland | ~11,2 |
| Sachsen | ~9,8 |
| Sachsen-Anhalt | ~10,1 |
| Schleswig-Holstein | ~10,9 |
| Thüringen | ~9,6 |