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Strompreise 2026: Entspannung mit Blick aufs Detail

Umspannwerk mit Stromleitungen vor blauem Himmel bei Sonnenuntergang.

Strompreise waren in den vergangenen Jahren für viele Haushalte eine erhebliche Belastung. Nach den Turbulenzen auf den Energiemärkten entspannt sich die Lage 2026 jedoch zunehmend: Die Großhandelspreise sind gesunken und viele Anbieter geben die niedrigeren Beschaffungskosten bereits an ihre Kunden weiter. Dennoch zahlen viele Verbraucher weiterhin unnötig hohe Preise, weil sie noch in teuren Grund- oder Alttarifen stecken. Umso wichtiger ist jetzt ein Blick auf den eigenen Vertrag. Wer vergleicht, kann oft von deutlich günstigeren Angeboten profitieren. Dieser Überblick zeigt, wie sich die Strompreise aktuell entwickeln, welche Faktoren hinter dem Preisrückgang stehen und worauf Haushalte bei Tarifwahl und Anbieterwechsel achten sollten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Großhandelspreise nach Irankrise gestiegen, Rekord-Strompreis für Haushalte, viele Not- und teure Verträge.
  • Strom bleibt deutlich teurer als vor der Krise, Markt beruhigt sich, Verbraucher stecken oft in teuren Alt- oder Grundversorgungstarifen.
  • Großhandelspreise beruhigten sich im Laufe des Mai, Netzentgelte werden entlastet, erste günstigere Stromtarife für Neukunden tauchen auf.
  • Haushalte können mit Strompreisvergleich und Anbieterwechsel deutlich sparen, während passive Kunden weiter alte Krisenpreise zahlen.

Was kostet Strom aktuell?

Für Haushalte in Deutschland zeigt sich 2026 erstmals seit der Energiekrise eine spürbare Entlastung. Das gilt dann, wenn der Stromanbieter aktiv geprüft wird.

  • Neukunden bekommen aktuell Stromtarife im Schnitt um 23–24 Cent pro kWh, teils sogar ab rund 19 Cent pro kWh bei besonders günstigen Angeboten.
  • Viele Bestandskunden zahlen dagegen noch rund 33–37 Cent pro kWh, vor allem in alten Verträgen und in der Grundversorgung.
  • In der Grundversorgung liegen die Preise im Schnitt über 40 Cent pro kWh – also fast doppelt so viel wie günstige Neukunden-Tarife.
Tarifart Preis ca. ct/kWh Jahreskosten ca. (3.500 kWh)
Günstiger Neukunden‑Tarif 23–24 800–840 €
Durchschnitt Neukunden 27–32 945–1.120 €
Durchschnitt Haushalte gesamt ~37 ~1.300 €
Grundversorgung >40 >1.400 €

Für Verbraucher heißt das: Wer einfach im alten Vertrag bleibt, zahlt schnell mehrere Hundert Euro pro Jahr mehr als nötig.

Warum entspannen sich die Strompreise?

Nach dem Preis-Schock der Jahre 2022/23 hat sich der Strommarkt deutlich beruhigt, was sich nun auch in den Stromtarifen bemerkbar macht. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die gesunkenen Großhandelspreise an der Strombörse, die die Beschaffungskosten der Anbieter reduzieren. Zudem wurden die Netzentgelte für 2026 teilweise gesenkt beziehungsweise durch staatliche Zuschüsse gedämpft, wodurch Stromversorger günstiger kalkulieren können. Gleichzeitig bleibt der Anteil von Steuern, Abgaben und Umlagen hoch: Rund ein Drittel des Strompreises entfällt weiterhin auf staatlich veranlasste Kosten.

Der Gesamtabgleich zeigt einen deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Strompreises in ct/kWh von 30,335 im Jahr 2018 auf 37,320 im Jahr 2026. Im Jahr 2026 sind Beschaffung und Vertrieb mit 15,4 ct/kWh der größte Kostenfaktor, bei den Nebenkosten ist es die Offshore-Netzumlage mit 9,3 ct/kWh. Die Mehrwertsteuer macht 5,95 ct/kWh aus. Der stärkste Anstieg betrifft die Umlage für abschaltbare Lasten, die 2026 bei 7,51 ct/kWh liegt. Für Verbraucher ist ein Anbieterwechsel sinnvoll, um 2026 höheren Beschaffungskosten durch einen guten Tarif entgegenzuwirken.

So holen Haushalte 2026 mehr aus ihrem Strompreis

Mit wenigen Handgriffen lässt sich prüfen, ob beim Stromvertrag Sparpotenzial besteht. Ein erster Blick sollte der aktuellen Jahresabrechnung gelten: Entscheidend ist der Arbeitspreis pro Kilowattstunde (ct/kWh). Liegt dieser deutlich über etwa 30 bis 32 Cent, kann sich ein Tarifvergleich lohnen. Bei einem Anbieterwechsel sollten Verbraucher auf faire Vertragsbedingungen achten, etwa eine Laufzeit von maximal zwölf Monaten, eine Preisgarantie für die Vertragsdauer und realistische statt überhöhter Bonusversprechen. Zudem empfiehlt es sich zu prüfen, ob man noch in der meist teureren Grundversorgung ist. In diesem Fall kann ein Wechsel oft spürbare Einsparungen bringen.

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EXPERTEN-TIPP

Die MaLo-ID (Marktlokations-Identifikationsnummer) ist eine eindeutige Kennung für Ihren Strom- oder Gasanschluss. Sie finden diese auf Ihrer Abrechnung oder beim Netzbetreiber – die Angabe beschleunigt Ihren Anbieterwechsel deutlich.

Tarifarten:

  • Grundversorgung: Automatischer Standardtarif des örtlichen Versorgers, meist der teuerste Strompreis im Markt.
  • Vertrag mit Preisgarantie: Klassischer Haushaltsvertrag mit 12 bis 24 Monaten Preisgarantie; hier finden sich aktuell die meisten attraktiven Stromtarife für Neukunden.
  • Dynamische Tarife: Binden den Preis stündlich an die Börse, lohnen sich nur mit Smart Meter und flexiblen Verbrauchszeiten (z. B. E‑Auto, Wärmepumpe).

Ausblick 2026: Was ist realistisch?

Für 2026 rechnen die meisten Experten nicht mit einer neuen Preisexplosion am Strommarkt. Stattdessen deutet vieles auf stabile bis leicht sinkende Strompreise hin. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis ist gegenüber 2025 bereits spürbar zurückgegangen und liegt Anfang 2026 bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde. Besonders bei Neukundentarifen haben sich die Angebote verbessert, sodass Verbraucher je nach Region und Verbrauch teilweise Preise im mittleren 20-Cent-Bereich finden können.

Trotz dieser Entlastung dürfte Strom auf absehbare Zeit teurer bleiben als vor der Energiekrise. Der hohe Anteil von Steuern, Abgaben und Netzkosten setzt den Preisen weiterhin eine Untergrenze. 2026 ist daher weniger das Jahr des billigen Stroms als vielmehr eine gute Gelegenheit, den eigenen Tarif zu überprüfen und von günstigeren Angeboten zu profitieren. Wer hingegen in alten Verträgen oder der Grundversorgung bleibt, zahlt oft weiterhin deutlich mehr als nötig.

Jetzt prüfen, später sparen

Die Strompreise haben sich zwar spürbar entspannt, doch viele Haushalte profitieren davon noch nicht. Wer seinen aktuellen Tarif überprüft, die Grundversorgung meidet und einen Strompreisvergleich durchführt, kann oft mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen, ohne den eigenen Stromverbrauch zu verändern. Gerade 2026 bietet gute Chancen, von günstigeren Tarifen mit fairen Konditionen und Preisgarantie zu profitieren.

Quellen: BDEW | Bundesregierung

Alexander Schmiel

Alexander Schmiel


Als Experte für Strom und Gas behält Alexander die aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zu Energie-Themen im Blick. Daraus leitet er bei PREISVERGLEICH.de wertvolle Tipps und Einordnungen der Marktlage für Nutzerinnen und Nutzer ab.