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E-Autos: Fahren wir demnächst alle elektrisch?

16.06.2015

Aller staatlichen Förderung zum Trotz: Die Absatzzahlen für E-Autos sind bisher eine einzige Enttäuschung. Aber die Bundesregierung hält weiter an ihren ambitionierten Zielvorstellungen fest. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll eine magische Grenze fallen. Hoffen kann die Branche dabei auf die Aussagen der Kanzlerin und des Verkehrsministers auf einer großen Konferenz.

Berlin – Die Bundesregierung verstärkt ihre Anstrengungen, um dem stockenden Ausbau der Elektromobilität doch noch Schwung zu verleihen. Zwischen 2016 und 2018 fließen 161 Millionen Euro in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Außerdem soll das Netz an Wasserstofftankstellen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte am Montag (15. Juni) einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Die Welt» (Montag). Mit einer Konferenz an diesem Montag und Dienstag in Berlin will die Regierung die Entwicklung ankurbeln. Erwartet wurden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD).

Eine Million E-Autos bis 2020?

Das Beratungsgremium der Regierung, die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), zählte bislang alle Fahrzeuge als E-Autos, die an der Steckdose geladen werden können. Brennstoffzellenautos gehören streng genommen nicht dazu. Hier wird aus Wasser- und Sauerstoff Strom erzeugt, der den Elektromotor antreibt.

Bis 2020 sollen eine Million klimafreundliche E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Aber der Absatz hinkt den Regierungszielen gewaltig hinterher – zu Jahresbeginn gab es nach Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) rund 25 300 steckdosentaugliche Autos. Problem sind vor allem die hohen Anschaffungskosten und die geringe Reichweite.

Tankstellennetz wird massiv ausgebaut

Die Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte, es solle «technologieoffen» gefördert werden. Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) sagte der «Welt»: «Wir brauchen weitere Fortschritte bei Ladesäuleninfrastruktur, Ladedauer und Reichweite.»

Bis Ende des Jahres soll es dem Bericht zufolge 50 Wasserstofftankstellen in den Metropolregionen und entlang der Hauptautobahnen geben. Bis 2023 sollen mit Hilfe der Industrie weitere 350 Tankstellen hinzukommen. Bereits angekündigt hatte Dobrindt, dass Autobahn-Raststätten quer durch die Republik bis 2017 mit 400 neuen Schnellladesäulen für Elektroautos ausgestattet werden sollen. Die Bundesregierung fördert außerdem sieben weitere Technologie-Projekte, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Weitere Fördermaßnahmen gefordert

Im Gespräch sind derzeit auch Sonderabschreibungen für E-Autos in Dienstflotten. Das Finanzministerium prüft nach eigenen Angaben diese Möglichkeit, macht das Instrument aber von einer Begleitfinanzierung durch die Länder abhängig. Von verschiedenen Seiten wird seit längerem eine weitergehende Förderung gefordert. Zum Beispiel die Grünen sind der Ansicht, dass es ohne direkte Kaufprämien von mehreren tausend Euro auch für Privatkunden nicht geht.

Auch die deutschen Flughäfen wollen die E-Mobilität ausweiten. «Unser Ziel ist der flächendeckende Einsatz von Fahrzeugen mit E-Antrieb», sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, einer Mitteilung zufolge. Er forderte zugleich die Bundesregierung auf, die Anschaffung von Bussen und anderen Fahrzeugen mit E-Antrieb besser zu fördern.

Fragen und Antworten zum Thema „E-Autos“ hält das folgende Video bereit:

Quelle: YouTube/ARD Mittagsmagazin

Text: dpa/pvg
Bild: dpa

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