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Unternehmen produzieren eigenen Strom

Unternehmen produzieren StromIm Zuge der Energiewende und der daraus resultierenden Erhöhung der Preise für Energie tendieren immer mehr Konzerne dazu, ihren eigenen Strom mittels Blockheizkraftwerken zu produzieren. Was für diese Betriebe ein lukratives Unterfangen ist, könnte dem Endverbraucher allerdings zukünftig weiterhin zusätzliche Kosten bescheren.

Hohe Strompreise in Deutschland

Im EU-weiten Vergleich hatte die Bundesrepublik 2012 die zweithöchsten Preise für Strom. Diese Angaben legte das europäische Statistikamt Eurostat offen. Für viele Firmen bedeute dies horrende Auslagen, welche deren internationale Wettbewerbsfähigkeit minderten. Die Bundesregierung hatte bereits versucht, vor allem Konzerne mit hohem Verbrauch an Energie zu entlasten, indem sie diese beispielsweise von der EEG-Umlage befreite.

Natürlich ist es offensichtlich, dass bei diesen Preisentwicklungen Deutschland als Produktionsstandort immer unrentabler wird. Tatsächlich, so befürchten Experten, bestünde die Gefahr, dass zunehmend mehr Firmen ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagern, wo der Strom günstiger ist. Ein anderer Weg führt darüber, dass die Betriebe ihren eigenen Strom produzieren.

Eigenproduktion ist keine Neuheit

Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energieagentur Dena, wies darauf hin, dass sich große Stromverbraucher wie Bayer oder BASF schon seit geraumer Zeit mit eigenem Strom versorgen, so auch Autobauer Daimler oder erst seit kurzem der größte deutsche Handelskonzern Metro. Nach Hochrechnungen des Verbandes der deutschen industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) sind seit 2009 Blockheizkraftwerke mit mehr als 1300 Megawatt Energieleistung in Betrieb gegangen.

Allerdings geht der Trend dahin, dass auch zahlreiche mittelständische Betriebe es den Großen gleich machen. Insbesondere wenn diese noch nicht von der EEG-Umlage befreit seien, könnten sie somit die steigenden Energiepreise leicht umgehen, so Kohler. Manuel Frondel, Energieexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, sprach indes von „massiven Ausmaßen“ dieser Tendenz. Jedem, dem sich die Möglichkeit biete, aus dem System auszubrechen, baue eigene Kraftwerke. Natürlich könnten Betriebe damit enorm Geld einsparen, da Steuern für Strom, EEG-Umlage sowie Netzumlage wegfielen.

Zusätzliche Belastungen für private Stromkunden

So einfach wie die großen Konzerne kann sich der einzelne Privatkunde nicht aus der Affaire ziehen, im Gegenteil, er muss die entstandenen Kostendifferenzen auch noch zusätzlich puffern. Daraus, dass immer weniger Verbraucher da sind, die die EEG-Umlage in vollem Umfang zahlen, folgt eine Erhöhung der Kosten für ebendiese. Das, was folglich Betriebe an Geld sparten, müssten nun die anderen Kunden überdies aufbringen, so Kohler. Frondel geht allerdings davon aus, dass der Staat hier bald eingreifen müsse. Die Belastungen für Stromkunden nähmen weiter zu und die Politik dürfe dabei nicht länger zu sehen.

Dem Einzelnen bliebe natürlich die Möglichkeit, seinen Stromanbieter zu wechseln, um Ausgaben einzusparen. Denn die einzelnen Stromanbieter unterscheiden sich stellenweise immens in ihren Angeboten, dies gilt ebenso für Gas.