Strompreise
Alles hat seinen Preis. Auch der Strom. Und solange sich das kleine Rädchen am Stromzähler dreht, fließt das Geld in die Taschen der Stromanbieter und des Staates. Allein 40 Prozent der Stromkosten sind heute Steuern und Abgaben. Mit der Liberalisierung im Jahr 1998 hofften viele auf mehr Wettbewerb und sinkende Strompreise. Das war in den ersten Jahren auch zu spüren. Bis Steuern und Abgaben im Vergleich zu 1998 deutlich stiegen. So wurde zum Beispiel die EEG-Abgabe (Erneuerbare-Energien-Gesetz) von anfänglich 0,2 Cent/kWh (2000) bis auf 3,53 Cent/kWh (2011).
Vergleichen Sie Ihren Stromanbieter
Der Strompreis setzt sich aus aus verschiedenen Komponenten zusammen, die in ihrer Ausprägung regional auch unterschiedlich hoch ausfallen können (Stand: Dez. 2009 ):
- ca. 37% Kosten der Stromerzeugung und der Vertrieb,
- etwa 24% sind Kosten für die Netznutzung und
- rund 39% aus den Steuern und Abgaben. Dazu gehören Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWK-Gesetz (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) und die EEG-Umlage.
Im Jahr 2010 lag der Strompreis ohne Steuern bei 0,2395 Euro pro Kilowattstunde. Die Stromrechnung in einem Drei-Personen-Haushalt, der rund 3500 kWh im Jahr verbraucht, variiert dabei sehr stark. Bei einem Wechsel des Anbieters und Nutzung diverser Preisvorteile liegt der günstigste Preis bei ca. 500€/Jahr, der teuerste Strompreis bei etwa 1050€/Jahr (Stand: August 2011). Damit steht Deutschland trotz gestiegener Stromkosten im europäischen Vergleich gut da. In Italien müsste ein Drei-Personen-Musterhaushalt etwa 20 Prozent mehr zahlen.
Auch den Strompreis bestimmt der Markt. Im Stromgroßhandel gelten die gleichen Mechanismen wie an anderen Warenmärkten, denn auch hier wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Demnach erhöhen sich die Strompreise, wenn bei gleich bleibendem Angebot die Nachfrage wächst. So sind die steigenden Stromkosten auch Resultat aus der gestiegenen Nachfrage nach Primärenergieträgern in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien.